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Die Kühe leben nicht in Hinteregg auf dem Hof Narr, sondern in Wald, auf dem von Hof Narr mitgetragenen Lebenshof zuKUHnft.

Die Kühe sind ehemalige Milchkühe der Rasse Schweizer Braunvieh.

Die heranwachsenden Jungtiere sind nun Kreuzungen der Rassen Simmental und Limousin mit den braunen Muttertieren. Das hat der Herde die abwechslungsreichen Farben verliehen.

Weil es für uns immer klar war, dass due Milchkühe auch bei einer Umstellung auf Mutterkuhhaltung bei uns bleiben dürfen, haben wir jetzt dieses farbenfrohe Bild.

All diese wundervollen Kühe dürfen es nun in ihrem Leben erfahren,  wie es ist das eigenen Kälbchen saugen zu lassen und gross zu ziehen.

Die sogenannte „Fachmeinung“ will uns ja weismachen, dass eine Milchkuh nicht zum Muttersein taugt...

So kann man auch verschiedene Spuren von Veränderungen auf dem Hof entdecken. Auch wird uns ja gelehrt, dass man die Kühe enthornen sollte (wenn sie noch Kälbchen sind) um keine Probleme mit ihnen in der Laufstallhaltung zu bekommen. Mit Hörnern würden sie sich gegenseitig verletzen heisst es. Wenn man jedoch versteht, wie wichtig und essentiell die Hörner für Kühe sind, kann man die nicht einfach so weg machen.

Derzeit leben über 50 Kühe auf dem Hof. Hier stellen wir einige der Individuen vor. Wenn in "Ich-Form" erzählt wird, sind es ganz persönliche Momente von Toni.

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RENA stammt vom Hof von Tonis Eltern. Als sein Vater mit 65 aufhörte, musste er die Kühe verkaufen. So auch Rena. Über einen Viehhändler kam sie hochträchtig auf einen Hof. Aus verschiedenen Gründen, hat sie die Umstellung nicht verkraftet. Irgendwann hat sich der Viehhändler bei Toni gemeldet. Das funktioniere nicht mit Rena auf dem neuen Hof, ob Toni sie vorübergehend bei sich aufnehmen könnte. Ihr abgemagerter und geschundener Zustand hat Toni zutiefst erschreckt. Sie blieb vor der sicheren Schlachtung bewahrt und Rena durfte bleiben. Auch als der Händler sie wieder holen wollte.

Und jetzt hat Rena ohne wenn und aber, sondern voller Liebe Fridolin aufgenommen. Ihre kleine Tochter Ria zeigt ihm die Welt.

FRIDOLIN Carlo musste viel zu früh auf die Welt kommen, da seine Mama von all den Leiden in der Milchindustrie so erschöpft war, dass sie ihn nicht länger tragen konnte. Kaum geboren, wurde er ihr weg genommen, damit die Milch weiter für den Menschen fliessen sollte. Er drohte zu sterben und musste wiederbelebt werden. In der kalten Box zitternd wurde er von Narren entdeckt und gerettet. Da seine Mama nicht mehr konnte, ging sie leider für immer und konnte nicht wie geplant ebenfalls gerettet werden.

Fridolin aber fand eine neue liebevolle Mutter, Rena, und mit ihr beginnt nicht nur ein neues Leben für ihn, sondern er wird Teil des ganz neu entstehenden Lebenshofes, der für alle Bewohner*innen ein neues Leben bedeutet.

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Rena hat ihn bei sich aufgenommen und vom ersten Moment trinken lassen!

Diese Geborgenheit und Liebe haben ihm sichtlich Kraft gegeben, und auch Mut trotz seines schwierigen Starts ins Leben. Wir haben schnell gesehen, dass Fridolin einen starken Lebenswillen hat, auch wenn er anfangs immer wieder sehr schwach war und kaum Reserven hatte.

Heute springt und tollt er mit seiner Stiefschwester und anderen gleichaltrigen Kälbern auf der Weide herum.

 

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WOLGA ist eine imposante Erscheinung. Sie ist immer an vorderster Front anzutreffen. Frische Weide, frisches Futter oder einfach etwas neues. Gleichwohl ist sie ein sehr sanftes und anhängliches Wesen. Bei ihr kann ein schwächeres Wesen Schutz und Geborgenheit finden.

Wolga ist die Leitkuh und schafft es auf sanfte Weise die Kühe zu leiten und zu führen. Hier ist sie mit Indra, einem der jüngsten Mädchen zu sehen.

Indra wurde mir ihrem Zwillingsbruder Ira im November 2017 geboren und entdeckt mit ihm und der Mutter Irena den Hof und die neue Situation voller Freude, Zuversicht und Vertrauen.

 

 

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IRENA ist vor Jahren auf den Hof gekommen, als junges Rind mit Hörnern versteht sich. Obwohl alle meinten, jetzt müssten ihr die Hörner abgesägt werden, durfte Irena ihre Hörner behalten.

Und so hat sie auf dem Hof eine wundervolle Veränderung eingeleitet. Nach Irena hat Toni nie mehr ein Kalb enthornt.

Irena ist schon rein optisch ein Anziehungspunkt. Mit ihrem weissen Bauch ist sie ein wunderschöner Blickfang.

Sie ist ein sehr ruhiges, in sich ruhendes Wesen. Sie war schon sehr früh die Lieblingskuh der Kinder auf dem Hof.

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ELBA ist ein spezielles Wesen (wie natürlich alle anderen auch). Bei ihr ist es so, dass ihre dunklen Augen einen durchdringen. Was sie wohl alles sieht?

Sie ist so ruhig und geht nirgendwohin ohne vorher gekrault und liebkost worden zu sein.

Sie ist so mit der Quelle allen Seins verbunden. Es scheint als ob sie über all den irdischen Qualen, Schmerzen und Übeln stünde die überall stattfinden. Sie scheint einem immer zu sagen: Ich vergebe dir, was auch gewesen ist.

 

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MYRA ist eine der grössten Kühe bei uns. Mit ihrem wunderschönen, glanzvollen Fell erinnert ihre Erscheinung an ein Vollblut Pferd.

Aber anstatt dass sie wie auf der Rennbahn galoppiert, ist sie sehr ruhig und sehr langsam, sehr besonnen eben.

Eine sehr fürsorgliche Mutter. Die vergangenen Trennungen von ihren Kindern haben sie sehr mitgenommen.

Jetzt hat sie das Glück mit ihrem Kalb, MIRO, das schon sehr gross ist, für immer zusammen zu leben.

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STELLA schreibt sicher die längste Geschichte von den Kühen hier. Sie ist jetzt schon 17 Jahre alt.

Aufgewachsen ist sie im Anbindestall von ihrer Mutter isoliert.

Als junge, sogenannte Milchkuh durfte sie in den Freilaufstall einziehen.

Viele Kälber hat sie geboren, die sie allesamt nicht grossziehen durfte.

Vor zwei Jahren durfte sie dann zum ersten Mal ihr Neugeborenes saugen lassen und immer bei sich haben. Sie ist so voller Liebe und Fürsorge und überhaupt nicht verbittert, wie sie sein könnte.

Der kleine Fridolin geht manchmal auch ganz fröhlich bei ihr saugen (auch wenn sie kaum mehr Milch gibt).

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SAMBIA

Ihr Herz ist weit offen und sie kam auf die Welt ohne den Verdacht es könnte ihr jemals etwas angetan werden. Mit ihr verbindet mich einiges, zum Beispiel haben wir am selben Tag Geburtstag. Sie ist am selben Ort geboren wie ich (sie im Stall,ich im Haus...) Ihre Geburt war nicht ganz einfach,und sie hat sich den Schwanz gebrochen. Auch meine Geburt war speziell.

Sambia ist dann auch mit mir von Obwalden nach Wald gezogen(als kleines Kalb). Naja ihr argloses Vertrauen wurde schnell missbraucht. Mir scheint es, dass lichtvolle Wesen,die besonders offen sind, in unserer Welt umso mehr angegriffen werden! Durch ihre Erlebnisse hat sich Sambia mehr verschlossen und war nicht mehr zutraulich. Als ich dann endlich gemerkt habe was mit ihr geschieht, war sie durch den ganzen Energieverlust sehr geschwächt.

Doch es konnte ihr geholfen werden und sie hat sich wieder erholt! Jetzt legt sie auch körperlich wieder zu. Und sie kommt wieder auf uns Menschen zu, wie früher...

Diese Rückverwandlung hat mich sehr berührt und einmal mehr gezeigt wie sensible Wesen Kühe natürlich sind!

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VIOLA

Mit ihr verbindet mich eine spezielle Geschichte. Als ich vor der Hofübernahme im damaligen Job noch zu den Bauern auf den Hof fuhr, hab ich schon mal eine Kuh gekauft die geschlachtet werden sollte. So auch die Mutter von Viola. Sie wurde nicht trächtig innert nützlicher Frist und sollte eben gegangen werden.Ich hab sie mit nach Hause genommen, und bei uns ist sie dann sofort trächtig geworden, eben mit Viola...

Sie ist ein so sanftes Wesen und so zutraulich, ich glaube sie ginge mit einem Kind spazieren.

Ich sehe in ihr immer ihre Mutter und diese lebt in ihr auch weiter.

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EVA

Eva war bei den letzten Tieren die wir verkauft haben, vier hochträchtige Rinder. Am selben Tag, als sie weggingen hatte Eva einen Abort. Sie ist dann nicht so mit der Milch "gekommen", weil sie ja gar noch nicht vorbereitet war. Eva sollte geschlachtet werden, das ist meistens die einzige Möglichkeit aus Sicht der Nutzung. Sie hatte auch schon Antibiotika gekriegt, weil die Nachgeburt nicht abgegangen war. Sie hatte also eine Sperrfrist für die Schlachtung, vielleicht Evas Rettung...

Ich hab dann den Händler angerufen, er solle mir doch Eva wieder bringen, was er dann auch getan hat.

Eva war sehr verängstigt, traumatisiert als sie wieder bei uns angekommen ist. Sie ist allen und jedem aus dem Weg gegangen.

Heute sind diese tiefen Wunden verheilt und sie ist wieder die Alte. Das war ein Prozess und sehr schön mitanzusehen, wie Eva sich wieder aufgerichtet hat. Sie kommt wieder mit ihrer ansteckend lieben Art auf uns Menschen zu, und hat uns so viel zusagen...

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PETRA

Petra ist eine sehr ruhige, zurückhaltende Kuh, ja fast scheu.

Wenn ich frisches Futter vorlege z. B., dann wartet sie immer in der Liegebox in Sicherheit, bis alle andern am Fressen sind. Erst dann wagt sie sich auch an den Futtertisch. Und doch hat gerade sie mit ihrer durchdringlichen Art schon manchen Menschen tief berührt. Sei es auf einem Bild oder in direktem Kontakt, jedoch bleibt sie meistens auf Distanz. Stille Wasser gründen tief, sagt man doch so schön.

Sie war eine sehr leistungsbereite Kuh und hat ihr erfahrenes Leid tief begraben. Auch das kommt jetzt wieder zu Vorschein, und das ist auch gut so.

Schritt für Schritt darf jetzt alles heilen, und Petra gewöhnt sich daran mit ihrer Tochter Prisma einfach leben zu dürfen!

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SENGA SAMAH und SARAI SAFINA

mit Mutter SABINE

Hier leben oder nicht mehr hier leben, das liegt nahe beieinander, das ist uns manchmal nur nicht mehr bewusst.

Senga ist die zweitgeborene Zwillingsschwester von Sarai Safina. Ihre Mutter ist Sabine.

An jenem Tag rechnete ich für den Abend oder die Nacht mit der bevorstehenden Geburt.

Beim Kontrollgang um etwa 23:00 Uhr war alles ruhig, und ich dachte, Sabine warte doch noch den nächsten Morgen ab. Wieder am Schlafen, war ich plötzlich hellwach, und ich wusste, jetzt musst du in den Stall!

Es war etwa 4Uhr, als ich in den Stall kam. Gerade war ein Kalb geboren. Doch schon nach kurzer Zeit legte Sabine sich erneut ins Stroh. Eine zweite Fruchtblase kam zu Vorschein. Dieses Kalb kam in Steisslage. Das ist normalerweise kein Problem, doch Senga ist geboren, ohne dass die Fruchtblase aufgesprungen ist.

Ich hab sie schnell von Hand geöffnet, doch das Kälblein hob nicht den Kopf und atmete fast nicht. Es hatte auch Fruchtwasser geschluckt. Ich konnte das kleine Geschöpf gut zum Atmen animieren und durch Massieren wurden die Atemwege ganz frei!

Zu meinem Erstaunen hat es schon nach einer Stunde bei ihrer Mutter Milch getrunken, nachdem es zuerst zu schwach war zum Aufstehen! Ich bin so dankbar dass ich dabei war und Senga helfen konnte, und dass uns geholfen wurde! Wenn ich sie jetzt sehe wie sie mit den andern Kindern herumtollt, weiss ich sie hat den schwierigen Start überwunden.

Sie lebt im Jetzt und nimmt alles mit jeder Faser ihres Seins war! 

 

SARAI SAFINA

Wunderschön und berührend, wie die Zwillingsschwestern immer beieinander sind. Wie schon bei der Geburt geht Sarai ihrer Schwester voran. Kaum streckt sie ihren Kopf um die Ecke, erscheint auch schon die Nase von Senga… Die beiden stehen jetzt voll im Leben und hecken mit den andern schon mal was aus…

Sie sind die Liebe im Doppelpack!

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SABINE

Sabine trägt den Namen ihrer Grossmutter. Diese hatte ich damals von einem Bauern gekauft, weil er sie schlachten wollte, da sie nicht trächtig wurde.

Diese Grossmutter und ich wir kennen uns schon sehr sehr lange… Und irgendwann wollte sie aus eigenem Willen in höhere Gefilde aufsteigen.

Als dann ihr Grosskind das Licht der Welt erblickte, hab ich dieses Sabine getauft. Ich glaube das macht sie stolz und sie erweist ihrer Grossmutter alle Ehre!

Sabine strahlt eine so grosse Weisheit aus, sie ist verkörperte Liebe. 

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RITA ist eine stolze Kuh mit schön geschwungenen Hörnern.  Diese weiss sie auch mit blosser Körpersprache für sich einzusetzen. Und natürlich klappt das mit den Hörnern auch im Freilaufstall problemlos! Auch sie gehört zum jüngeren Semester und wurde nie gemolken. Sie ist sehr zutraulich und interessiert.

 

 

 

STRELA ist eine der jüngeren, ausgewachsenen Kühe hier auf unserem Hof. Sie durfte daher bereits mit Hörnern aufwachsen. Ihr Erstgeborenes durfte sie schon säugen und sie wurde nie gemolken. Ihr zweitgeborener Sohn, der STERN, wird jetzt für immer bei ihr bleiben können.

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Geboren um zu leben
An Rena, die Fridolin so vorbehaltslos und liebevoll aufgenommen hat

Ich wurde grad als Rind geboren,
Ich bin noch warm hinter den Ohren.
Erst grad das Licht der Dunkelheit erblickt,
Schon werd ich wieder weg geschickt.
In eine Box so kalt und weit,
Von meiner Mama, die nun schreit.
Ich wollte auf die Welt zu ihr,
Doch warum bin ich jetzt nur hier?
Wer seid ihr alle überhaupt,
Und warum seid ihr immer laut?
Ich will zu Mama, drum geboren
Ich hab sie trotzdem gleich verloren.
Wisst ihr vielleicht, wo sie jetzt ist?
Ich werd von ihr bestimmt vermisst!
Muh Mama ja, ich höre dich
Muh Mama ja, ich liebe dich
Warum nennt ihr mich nicht beim Namen?
Ich heisse Fridu meine Damen.
Ihr gabt mir nur ne kalte Nummer,
Ach, würd er schwinden dieser Kummer.
Warum nennt ihr mich Beiprodukt?
Wieso habt ihr mich angespuckt?
Ich will zu Mama bitte sehr,
Noch mehr zu warten fällt mir schwer.
So sehr,
so schwer.
Muh Mama Muh
Wo bist denn du?
Muh, Mama?
Bist du noch da?
Ich bin ein Baby, brauch die Mutter
Ich will es nicht, das Ersatzfutter.
Ihr seid nicht meiner Mutter Kinder,
schaut mich nur an, seid ihr auch Rinder?
Ja hier bin ich, ...der sanfte Kleine,
Ich höre wieder Mas Geweine.
Ich hör dich rufen, ja das bist du
Oh schön, ich komme gleich im Nu.
Dann kuscheln wir und schlafen ein.
Nichts will ich mehr als bei dir sein.
Muh, Mama, - Mama?
Bist du noch da?

Die Mama musste leider gehen,
doch ich kann dich sofort verstehen,
ich bin gekommen, dich zu retten,
und sie zu lösen diese Ketten.
Mein lieber wunderschöner Schatz
Bei mir hast du jetzt friedlich Platz
Ich bin die Rena deine neue Mutter
Ich schau für dich und geb dir Futter
Geliebte Mama schaut von oben
Wie du darfst auf der Weide toben,
denn hier an diesem neuen Ort
da feiern wir nun ab sofort
das Leben und die Friedenskraft
denn hier wird Grosses nun geschafft.
Ja wie dein Name sagt, mein liebster Fridu
In Frieden lebst fortan auch du.
Das Leben ist uns allen eigen
Das dürfen wir nun mu(h)tig zeigen.
Sodass die Zukunft mag es bringen,
dass wir das Lied zusammen singen:
Ob in dir steckt ein liebes Muh,
oder ein keckes Menschendu,
wir alle wollen Zukunft bauen,
den Ort von Frieden und Vertrauen.
Und Miteinander wird es wahr,
Muh Fridolin, du kleiner Star.

Die Närrin