Die Närrin bei Bo- Gespräche mit einem Schwein

 

In einem Moment der Stille ganz bei Dir

Schau ich dich an, du stolzes Tier

Wie deine Augen menschensgleich

Ergreifen jedes Herz sogleich

Du schaust zurück voll Zuversicht

Die dunklen Seiten kennst du nicht

 

Nicht mehr, so hoff ich doch zumindest

Nur ahn ich ja, was du empfindest

Nur wenige entrinnen Menschens Gier

Wie du und deine Freunde hier

 

Wie ist es möglich lieber Bo,

dass Mensch, verkennt die Schweine so?

Die Mutter durfte dich nie Herzen

Sind sie verschwunden diese Schmerzen?

Dein Körper lang mit Extra Rippenbögen

Weil Menschen Spareribs so sehr mögen

Das Herz und die Gelenke  Opfer dieser Qualzucht

Die nur drauf ruht, dass Fleisch ist Sucht

 

Die Mutter durfte euch nie säugen,

wovon die Saugreflexe heut noch zeugen.

Doch während Mamasau zurück gelassen,

durftet ihr neu Vertrauen fassen

Denn statt zur Mast und zum Verzehr

Die Welt zu ändern kam ihr her.

 

Was ihr mit eurem Wesen tut

Kann keine Theorie so gut

Ihr zeigt uns Menschen wer ihr seid

Und euer Eindruck reicht sehr weit

So kommt es, dass in Zukunft dann

Ein jeder sich nur fragen kann

War alles wirklich so vermessen

Dass Mensch die Tiere hat gegessen

 

Erzähl mir Bo, ihr seid so schlau

Warum, sagt Mensch dann „Dumme Sau“?

Ihr duftet stets wie neu geboren

Seid samtig fein hinter den Ohren

Die reinlichsten hier auf dem Hof,

„dreckige Sau“ klingt schlichtweg doof.

 

Weißt du warum, kannst du’s erklären

Warum wir Gleiches Gleichem verwehren?

Die Gleichheit durch Empfindungsfähigkeit

Ist doch bei euch ganz klar gleich weit.

 

Der Name Nutztier mags enthüllen

Warum sich Träume nicht erfüllen

Ihr seid die andern, ihr seid essabr

Als Lebe-wesen garnicht messbar

In echt, gibt’s nur den Unterschied

Was jedes Kind schon deutlich sieht

Dass wir uns alle unterscheiden

Doch niemand will tatsächlich leiden

Ob Arme, Beine, Flügel oder Flossen

Sie alle hätten gern genossen

Das Leben, dazu sind sie auf der Welt

Das hat uns der Verstand erhellt.

Doch wenn das Herz fehlt, wird es schwierig

Die Menschen sind unfassbar gierig

Nur ihr, ihr lieben Schweineseelen

Erfasst die Menschen die euch quälen

Und lächelt sie so friedlich an

Dass keine widerstehen kann.

 

Bo meint wohl, hör bloss auf zu fluchen

Und nach der Antwort stets zu suchen

Die Unterwerfung zu verstehen

Das führt zu weit, drum lass es stehen

Und liebe Närrin nimms nicht schwer

Ich mag euch Menschen wirklich sehr.

Drum lass uns lieber Zukunft bauen

Die Welt verschönern und ver-„sauen“.

 

 

 

 

 

 

 

Eine Ode an die Flying Piglets

Der Narr erklärt seinen Hof

 und ehrt die Flying Piglets

 

Ein Narr ging in die Welt hinaus

Und suchte sich ein passend Haus

Sein Ziel: die Zukunft zu gestalten

Sodass die Kinder sie behalten

 

Die Zukunft schaffen unverwandt

Im Werkzeugkasten Hand, Herz und Verstand

Das Werkezeug braucht er um zu bauen

Den Ort von Frieden und Vertrauen

Denn nur wo keine Angst mehr lebt

Wird Zukunft fein hinein gewebt

 

Auch braucht’s die Hand um an-zubauen

Nebst Zuversicht und Grundvertrauen

Gemüse, Obst und jede Nahrung

Dies weiss der Narr nun aus Erfahrung –

Sodass ein jeder heut und morgen

Genug zu essen, ohne Sorgen.

 

Durch den Verstand wird alles klar,

Zusammenhänge offenbar

So kann ein Jeder dann verstehen

Wohin des Weges wir grad gehen

 

Doch ist das Herz der stille Leiter

Es sagt uns stets wohin,- wie weiter

Nur mit dem Herzen seh’n wir gut,

nur dank dem Herzen tu’n wir gut.

 

So ist der Hof ne Herzenssache

Wo jede ihre Dinge mache

An diesem Ort des Narrensein

Soll’n alle stets willkommen sein

 

Jed Wesen, ob Mensch ob Tier

Ist herzlich uns willkommen hier

Ob es nun flattert oder springt

Ob es gern sprechet, meckert oder singt

Ob es mit Anmut durch das Leben geht

Oder am liebsten bei der Raufe steht.

Ob es nun grunzet oder jaulet,

deutsch oder japanisch maulet

Ob es mit Federn angekleidet

Oder im schicken Anzug weidet

 

Ob gross, ob klein,

ob nah, ob fern

der Hof Narr hat sie alle gern!

 

Denn eines ist allen gemeinsam

Sie woll’n nicht leiden, sind ungern einsam

Der Hofnarr lädt sie alle ein,

sie sollen hier zuhause sein

Und jede soll ihr Plätzchen finden

Gemeinsam Grenzen überwinden!

 

Die Piglets haben all das kombiniert

Das Narrenherz hat sehr vibriert

Sie sind, beflügelt und zu zweit,

geradelt ganz von Ambleside

Mit Hand und Fuss, Herz und Verstand

ha’m sie durchqueret manches Land

Und wunderbar erfasst- ihr wisst es schon

Das Ganze auch mit Bild und Ton

Der Blog von Superpeng grandios bestückt

Ward stetig spannender geschmückt.

 

Mit wachem Aug und hellem Geist

Sind die Piglets durch die Welt gereist

Und achtsam in närrischer Manier

beobachtend von dort bis hier

 

Durchs Hinterfragen wird die Welt geformt

Durch Gleichgültigkeit wird sie genormt

Euch allen möcht’ die Närrin sagen

Wagt auch mal kühn zu hinterfragen

Einmal ein wenig Piglet sein

Und etwas mutig, das wär fein

Und was die beiden in „ganz gross“

Beginnt oft mit nem kleinen Stoss

der dann die Welt verändert immer mehr

auch wenn der Anfang manchmal schwer.

 

Nun möchten wir es aber wagen

Den Piglets endlich Dank zu sagen

Der Worte gibt es keine zwar,

für wie genial, wie wunderbar

ihr beide seid... doch eins ist sicher

wir lieben euch, ihr tollen Viecher!

 

 Mit Augenzwinkern sei gesagt,

zu allem hat der Narr gefragt

die Närrin, die darauf empfohlen,

das Ganze ins Gedicht zu holen.

 

 

 

 

 

 

Vortrag von Prof. Dr. Markus Wild, Das Tier und wir: Hunde, Schweine, Personen

Schweine, Hunde und Personen – so lautete das Thema des Vortrages, anlässlich dessen Markus Wild den Hof Narr in Hinteregg besuchte. Markus Wild ist Professor für Philosophie an der Universität Basel und hat sich unter anderem auch mit der Forschung über nichtmenschliche Tiere und deren Bewusstsein einen Namen gemacht.

Nutztier, Haustier, Wildtier?

Markus Wild präsentierte dem zahlreich erschienen Publikum, das in der Scheune auf Heuballen und Stühlen aller Art platzgenommen hat, einen elaborierten und kurzweiligen Vortrag. Als Hilfskonstrukt schlug er dem Publikum zunächst die Unterteilung des nichtmenschlichen Tierreichs in Nutztiere, Haustiere und Wildtiere vor, die aber gegen Ende des Vortrages ihre Gültigkeit wieder verlieren sollte.

Mit Schweinen und Hunden stellte er zwei Tierarten in den Vordergrund, die gemäss der vorgenommen Unterteilung klar den Nutz- beziehungsweise den Haustieren zugeordnet werden können. Schnell wird klar, warum die Wahl auf diese Tiere, die übrigens beide unweit des Vortragenden präsent waren, gefallen ist. Die gesellschaftlich akzeptierte Unterscheidung, dass Hunde zwar liebevolle, soziale und intelligente Mitgeschöpfe sind, Schweine aber ohne Probleme eingepfercht in enge Ställe ohne Tageslicht ihr Dasein verbringen müssen, um in Form von Fleisch dem Menschen Genuss zu ermöglichen, erweist sich schnell als Doppelmoral.

Hunde und Schweine im Vergleich

Beide – Schweine und Hunde – , so Markus Wild, sind in der Lage, sich in Situationen so zu verhalten, dass sie die Kriterien erfüllen, sozial und intelligent genannt zu werden. Schweine und Hunde können also als gleichwertig betrachtet werden. Diese müsste auch Auswirkungen auf die Art und Weise haben, wie Menschen mit ihnen umgehen, was aber nur in einem Fall gegeben ist: Missstände in Haltung und Instrumentalisierung zu einem Zweck werden bei Hunden – Wild nennt als Beispiel die Bernhardiner, die in Zermatt für Touristen auf Erinnerungsfotos posieren müssen und äusserst schlecht gehalten werden– abgelehnt, während bei Schweinen auch das Töten für den Genuss von Fleischprodukten akzeptiert wird.

An dieses Beispiel angelehnt, formuliert Markus Wild ein philosophisches Argument:

Hunde behandeln wir mit grosser Fürsorge, Schweine hingegen mit grosser Gleichgültigkeit. Doch besteht gemäss Markus Wild die Pflicht, Gleiches auch gleich zu behandeln. Eine Konklusion des Arguments könnte also heissen, dass wir auch Schweine mit grosser Fürsorge behandeln sollten.

Menschliche Sympathien sind willkürlich

Doch diese – zumindest in Tierrechtskreisen – gemeinhin akzeptierte Konklusion hat ein hässliches Geschwister: Statt Schweine mit grosser Fürsorge könnte man fortan auch Hunde mit grosser Gleichgültigkeit behandeln. Und dies erst noch ohne damit den Grundsatz, Gleiches gleich zu behandeln, zu verletzten. Wild illustriert diese Praxis mit Beispielen aus anderen Kulturen, in denen Hunde nicht als bester Freund des Menschen gelten.

Damit zeigt Markus Wild die Brüchigkeit ethischer Argumente, die auf menschlichen Sympathien gründet. Diesen haftet jederzeit ein Moment der Willkür an, das es aus ethischen Diskussionen auszuschliessen gilt. Damit wird aber auch der ebenso willkürlichen Unterteilung des nichtmenschlichen Tierreiches der Boden entzogen. Vielmehr fordert Markus Wild, den Hebel an anderer Stelle anzusetzen: der Empfindungsfähigkeit von Tieren.

Tiere haben fundamentale Interessen…

Wird die direkte Untersuchung der nichtmenschlichen Tiere bevorzugt, lässt sich der Umweg, der mit menschlichen Klassifizierungen verbunden ist, geschickt umgehen. Damit wird einerseits die Möglichkeit bereitet, die fundamentalen Interessen der nichtmenschlichen Tiere in den Blick zu nehmen; andererseits kann die These entkräftet werden, dass es Privatsache sei, was ein Mensch isst – zumal, wenn es sich dabei um Fleisch von empfindungsfähigen Tieren handelt.

Markus Wild unterstreicht in diesem Zusammenhang einen wichtigen Punkt: Empfindungsfähige Tiere haben Interessen. Was mit ihnen passiert, geht sie etwas an. So haben sie beispielsweise die Interessen, nicht körperlich und mental versehrt zu werden, nicht getötet zu werden und nicht gefangen zu sein. Wird also die vorgenommene Unterteilung aufgehoben und wird in einem nächsten Schritt den empfindungsfähigen Tieren ein Status als Person zugesprochen, hat dies Auswirkungen auf unser Handeln.

… und diese gilt es zu respektieren

Einerseits müssen wir dafür sorgen, dass diesen Tieren keine Schmerzen zugefügt werden. Doch diese Forderung geht weiter als das blosse Propagieren dessen, dass wir Tiere vor dem Schlachten betäuben müssen. Denn: Wenn ein empfindungsfähiges Tier getötet wird (schmerzlos oder nicht), wird ihm dadurch ein Schaden zugefügt, nämlich die irreversible Vernichtung der Chance auf positive Empfindungen. Andererseits kann von allen verlangt werden, dass die Interessen von empfindungsfähigen Tieren berücksichtigt werden. Fleischessen kann somit unmöglich Privatsache sein, da damit immer eine Verletzung der Interessen empfindungsfähiger Tiere verbunden ist, die jeder ethischen Grundlage entbehrt.

Im Anschluss an den Vortrag stellte sich Markus Wild den Fragen des Publikums. Unter anderem wurde diskutiert, ob ein nichtmenschliches Tier notwendigerweise eine Vorstellung seiner eigenen Zukunft haben müsse, damit es nicht geschlachtet werden darf, was Markus Wild verneinte. Ansonsten wäre es auch legitim, Kleinkinder oder geistig behinderte zu töten. Vielmehr spielt es eine Rolle, ob ein Lebewesen objektiv gesehen die Möglichkeit einer Zukunft hat, die mit Erfüllung positiver Interessen verbunden ist.

Nach Beendigung des Vortrages setzte sich der Anlass vor der Scheune fort. Dort stellte ein veganer Apéro riche unter Beweis, dass Genuss auch ohne Verletzung fundamentaler Interessen möglich ist. Der Abend bot reichhaltige Gelegenheit, sich zu unterhalten und Argumente auszutauschen. Der Hof Narr dankt allen Gästen und an dieser Stelle auch noch einmal Markus Wild mit Familie für ihr Erscheinen.

 

 

 

Nachdenkliches von Niklaus

Über das Verhältnis von Tier und Mensch

Das Verhältnis zwischen Tieren und Menschen ist seit jeher ein hierarchisches. Früher, als die Tiere noch die Übermacht besassen, waren die Menschen entweder Beute oder Bedrohung. Die Beziehung änderte sich aber ziemlich schnell, als die Menschen die ersten Waffen und Werkzeuge entwickelten. Jedes Tier konnte bewältigt werden, egal ob es schwächer war oder stärker. Da der Mensch zu Dominanz gegenüber sich selbst und anderen Lebewesen neigt, wurden und werden überall auf der Welt Tiere unterdrückt. Im folgenden Text liste ich ein paar Beispiele aus Bereichen auf, in denen die Tiere nach wie vor unterdrückt und misshandelt werden, was mir im Laufe der letzten Jahre immer bewusster wurde.

Fleisch

Der Mensch ist ein Allesfresser, so hat er im Gegensatz zu gewissen Tieren nicht die Veranlagung, dass er nur Fleisch essen kann. Trotzdem ernährt er sich weiterhin zu einem grossen Teil von Tieren und dessen Produkten, obwohl es schon immer Alternativen gab, diese meist günstiger und bekömmlicher waren und die Alternativen auch laufend weiterentwickelt werden. Fleisch war früher ein Luxusgut, dies ist heutzutage in Europa aber auf keinen Fall mehr so. Die Tierschlachtung wurde so industrialisiert, dass ein Salami- oder Schinkensandwich oftmals günstiger ist als die Alternative mit Käse oder diejenige, die ganz ohne tierische Produkte auskommt, zum Beispiel mit Gemüse oder Tofu. Nutztiere werden aber oft unter unwürdigsten Bedingungen gehalten und geschlachtet. Dass diese Lebewesen während ihrer kurzer Lebensdauer aber Schmerzen und Ängste haben, wird oft verdrängt, da das System der Fleischwirtschaft gut läuft. Dies ist zu einem Grossteil auf den Kapitalismus zurückzuführen. So wird überall gespart, um die Kosten zu drücken, leiden müssen darunter aber vor allem die Stimmlosen. Es ist ihnen nicht möglich, sich zur Wehr zu setzen und so lange sich nicht mehr Menschen für diese einsetzen, werden die Verursacher diese Bedingungen sicher nicht ändern, höchstens noch verschlimmern, um mehr Profit herauszuholen.


Das Produkt Fleisch hat sich durch die Industrialisierung auch immer mehr weg vom Tier bewegt. So hat einen Packung Schinken im Kühlregal nicht mehr viel mit dem toten Tier zu tun, von dem es stammt. Dies ist vor allem bei Verarbeitungen wie eben Aufschnitten, Würsten oder Hackfleisch der Fall. Diese Produkte sind für die meisten Menschen zwar noch tierischen Ursprungs, aber wenn sie diese Verarbeitungen essen, so sind sie sich oftmals nicht bewusst, dass sie nun ein anderes Lebewesen essen.

Milch

Kinder müssen heutzutage zuerst lernen, dass die Milch nicht einfach aus dem Tetrapack kommt, sondern von Kühen stammt. Was sie aber nicht lernen, ist, wieso diese Kühe Milch produzieren. Die Kühe produzieren nicht Milch, weil sie so altruistisch sind, sondern weil sie ihr Neugeborenes füttern möchten, so wie fast jede neugewordene Mutter dies auch will. Damit sie aber überhaupt Milch produzieren, müssen sie zuerst schwanger werden, was in der Milchwirtschaft durch einen Veterinär erledigt wird, der die männliche Samen der Kuh spritzt. Nach der Schwangerschaft wird ihr das Kalb meist nach kurzer Zeit weggenommen, da einerseits der Trennungsschmerz mit jeder Stunde steigt, andererseits die Milch nun fliesst, die in diesem System nicht für das Kalb, sondern für den Produzenten bestimmt ist. Das Kalb wird oft mit Milchersatz gefüttert und die Mutterkuh produziert dann durch die Zucht dermassen viel Milch, dass rund ein Drittel der Milchkühe an einer Euterentzündung leiden. Wenn die Kuh nicht mehr rentabel ist, da sich ihre Milchproduktion verringert, wird sie geschlachtet, was meist nach etwa 5 Jahren der Fall ist. Sie hat damit knapp einen Viertel ihrer Lebenserwartung von 20 Jahren erlebt, trotzdem aber viel länger als ihre meist männlichen Geschwister in der Fleischproduktion gelebt.

Eier

Männliche Küken von Legehennen legen keine Eier, setzen aber auch kein Fleisch an – darum werden diese nach der Geburt sofort aussortiert und vergast und landen dann auf dem Abfall. Die weiblichen Geschwister werden nach ihrer Geburt gefüttert, bis sie anfangen, Eier zu legen und danach sollten sie möglichst jeden Tag ein Ei legen, obwohl sie keineswegs dafür gemacht sind. Ein normales Huhn legt ein paar Dutzend Eier in einem Jahr, ein Industriehuhn sollte schon etwa auf 300 kommen, um möglichst rentabel zu sein. Diese Belastung ist für den Körper sehr gross, so dass diese Hühner oft geschwächt sind und krank werden. Deshalb werden auch viele Hühner mit Medikamenten vollgepumpt. Damit sie die anderen Legehennen nicht verletzten, wird ihr Schnabel gekürzt. Ein Industriehuhn lebt aber oft nur 15-18 Monate, da sie in dieser Zeit am meisten Eier produzieren, danach wird es geschlachtet, sobald die Erneuerung der Federn beginnt. Die Haltung von den Hennen ist oft sehr unwürdig, in Europa meist in Käfigen, die den Hennen vormachen, dass Frühling ist - durch Licht und Wärme - so dass

diese meinen, es sei Legezeit. Auch die Hühner in Freilandhaltung kämpfen mit vielen gesundheitlichen Problemen und werden nach der genau gleichen Lebenszeit geschlachtet, obwohl ihre Lebenserwartung durch die Freilandhaltung etwa 10-15 Jahre betragen würde.

Unter-haltung

Ein Haustier zu haben, ist sehr beliebt und eigentlich auch etwas Schönes, da man einem Tier ein Zuhause gibt. Das weniger Schöne daran sind aber einerseits die Doppelmoral und andererseits die Zucht. Die Doppelmoral, dass der Hund auf dem Sofa mehr wert ist als das Schwein auf dem Teller, ist weit verbreitet. Dass aber wohl beide Tiere sehr ähnliche Bedürfnisse haben, wird dabei vergessen und so wird zum Beispiel als makaber und pervers angesehen, Hundefleisch zu konsumieren, obwohl der Geschmack sehr ähnlich sein kann. Die Zucht ist genau so ein Geschäft wie jedes andere kommerzielle Geschäft auch, es geht darum, möglichst einwandfreie Produkte nach den Wünschen des Kunden herzustellen und diese dann zu einem möglichst profitablen Preis zu verkaufen. Dass so ein Vorgehen die Würde jedes Tieres verletzt, müsste eigentlich offensichtlich sein. Doch wird die Zucht nur noch weiter getrieben, so dass die Tiere oftmals nicht mehr lebensfähig sind und dann ihr ganzes Leben Medikamente nehmen müssen, weil sie zum Beispiel Herz- oder Atemprobleme haben. Dies spielt dann wieder den Tierärzten und der Pharmabranche Geld zu, was zur Folge hat, dass die Tierärzte oft auch die Züchter unterstützen.

Kleider

Es ist in unserer Gesellschaft nicht verpönt, sich mit toten Tieren zu schmücken. Es gibt bei diesem Punkt auch keine gute Argumentation dafür, die häufigste ist aber wohl die des Aussehens und der Resteverwertung. Die Resteverwertung ist aber oftmals nicht so, wie man sich das vorstellt. Dass zum Beispiel für einen Nerzmantel nicht die Resten verwendet werden, ist noch einigermassen offensichtlich, doch verhält es sich mit den meisten Lederarten gleich. Es gibt Kühe, die nur für das Leder gezüchtet werden. Eine Milchkuh hat nach einem sehr strapazierenden Leben keine schöne Haut mehr. Die Aussage, Tiere wegen dem Aussehen zu tragen, ist doch sehr anmassend. Genügend Alternativen gibt es und zu behaupten, ein Tier nur zu töten, um danach gut auszusehen, würden sich wohl die wenigsten getrauen. Deshalb handelt es sich wohl auch bei diesem Fall um ein Problem, das sich etwas zu fest etabliert hat, um hinterfragt zu werden. Auch Kleidung, die aus tierischen Materialien besteht, bei denen die Tiere nicht getötet wurden, ist sehr umstritten. Einerseits wurden zum Beispiel Schafe darauf gezüchtet, dass ihr Fell viel schneller und dichter nachwächst, so dass ein ungeschorenes Schaf heutzutage den Sommer mit dem Fell nicht überstehen würde. Andererseits sind die Methoden der Gewinnung keineswegs schonend für die Tiere, vor allem Angora- oder Kaschmirwolle sind sehr heikel, da der Markt für diese durch eine enorme Beliebtheit schnell gewachsen ist und Angorawolle meist aus China stammt. Die Angorahasen werden dort oftmals gehäutet und gar nicht geschoren, so dass viele danach verbluten oder unendliche Schmerzen haben, da dies alles ohne Sedierung passiert. Aber auch bei Schafen oder Alpakas ist die Scherung keineswegs problemlos, die Tiere wehren sich meist stark dagegen, so dass diese Tiere oft an allen vier Beinen festgebunden werden müssen, um sie scheren zu können.

Jagd

Die Jäger bezeichnen ihr Hobby oft als Dienst an der Natur. Sie würden mit ihren gezielten Tötungen den Wildtierbestand regeln, so dass keine Art Überhand nehme. Den Vorwurf, Tiere bloss aus Spass zu töten, lassen sie oft nicht gelten, doch ist es ziemlich offensichtlich, dass es sich hierbei um einen Elitensport handelt, der genau dieses Ziel verfolgt. Sie regeln nämlich den Bestand auch, indem sie im Winter das Wild füttern (Hege), so dass dieses den Winter überlebt und die Jäger im Herbst mehr Arbeit beziehungsweise Spass haben. Die Natur selbst ist durchaus auch ein guter Regler von Tierbestand, zumindest in vielen Jahren, in denen sich keine Menschen in die Ökosysteme des ganzen Planeten einmischten. Gibt es von einer Art zu viel, so leiden diese oft an Hunger, da es nicht für alle genug hat, das Gleiche gilt für den umgekehrten Fall. Der Jäger leistet somit unnötige Arbeit und tötet Tiere aus Freude am Töten. Dies macht er alles legal, teilweise sogar noch mit Unterstützung vom Staat und ohne Ächtung der Gesellschaft.

Meine Haltung

Dieser Text stellt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, so gibt es viele weitere Bereiche, bei denen Tiere missbraucht werden, wie zum Beispiel im Zirkus, in Zoos oder bei Tierversuchen. Es sind alles Themen, die mich gerade beschäftigen und zu denen ich irgendeinen Bezug habe, sei es mit einer künstlerischen Arbeit oder auch im Privaten. Es sind zudem alles Beispiele, wieso ich mein Verhältnis zu Tieren verändert habe. Ich möchte ihnen nämlich nichts wegnehmen und ich möchte auch nicht, dass sie wegen mir leiden oder sterben müssen. Bei den meisten Tätigkeiten ist dies auch problemlos möglich. Ich kann nicht verstehen, wieso es erst eine sehr kleine Minderheit gibt, die so tierleidfrei wie möglich lebt und handelt. Je länger je mehr wird es für mich unvorstellbar, wie man andere Lebewesen essen und sie extra züchten, füttern, aufziehen und schlachten kann, um sie dann zu verspeisen. Diese lange Kette ist nicht nur sehr unökologisch und fördert sehr viel Leid, sie ist auch einfach nicht menschlich. Meines Erachtens sollten die Menschen, die Zugang zu Bildung und genügend Essen haben, auch genügend Verstand haben, um zumindest in einem ersten Schritt auf das Essen anderer Lebewesen zu verzichten. Doch scheint mir auch dieses Ziel sehr idealistisch und leider sehr unwahrscheinlich. Obwohl es für die einzelnen Menschen nur eine kleine Umstellung wäre, wäre es für die Erde und die Tiere eine riesige Chance. Obwohl ich als Einzelner nur ziemlich wenig ändern kann, versuche ich den in unserer Gesellschaft wehr- und stimmlosen Tieren eine Stimme zu geben und für sie einzustehen. 

Niklaus

Das Wunder des Lebens. Oder: warum ich vegan geworden bin.

(Von Lena)

Ich bin mit Fleisch auf dem Teller aufgewachsen. Hab es immer gern gegessen, mochte den Geschmack. Auch als Erwachsene habe ich das Fleischessen zelebriert. Zu Thanksgiving einen aufwändigen Truthahnfestschmaus mit gefülltem Truthahn. Zu Ostern Brunch mit Wurst- und Schinkenplatte, bunt gefärbten Eiern, Käseteller, Joghurt, Milch, Butter – eben alles was zu einem genussvollen Essen mit lieben Menschen dazu gehört. Das Thema Ernährung war mir immer schon wichtig. Ich wollte mich vor allem gesund ernähren und meinem Körper mit ausgewogener Kost Energie liefern. Wohl deshalb habe ich vor einigen Jahren angefangen, mich mit Biolandbau und Bioprodukten auseinanderzusetzen. Ab da gab es für mich nur noch Bio-Fleisch, Bio-Milchprodukte und Bio-Eier. Für meinen Körper nur das Beste. Und wenn's der Umwelt auch gut tut – umso besser.

Der Übergang zu der Entscheidung „Fleisch, nein danke“ kam vor 3 Jahren, nach 27 Lebensjahren mit Fleischessen als etwas völlig Selbstverständlichem. Ich konnte es damals gar nicht rational erklären. Rein vom Gefühl her stimmte es für mich einfach nicht mehr, tote Tiere zu essen. Milch, Käse, Eier, Joghurt und Butter habe ich aber nach wie vor geliebt und die Herstellung dieser Lebensmittel auch nicht gross hinterfragt. Mir kam sowieso nur „bio“ ins Haus und das war für mich genug. Mehr musste ich nicht wissen.

Irgendwann wurde ich, die als klassisches Stadtkind aufgewachsen war, neugierig auf „den grünen Lebensstil“. Ich wusste nicht, wie Kartoffeln von oben ausssehen, kannte sie nur aus dem Supermarktregal. Hatte keine Ahnung, wie Kohlrabi wächst – vielleicht als Strauch? So wichtig es mir immer gewesen war, mich gesund zu ernähren – ich hatte nie hinterfragt, wie diese Lebensmittel hergestellt werden.

Ich begann, in einem Gemeinschaftsgarten und auf Bio-Betrieben mitzuhelfen. Einfach so, um mir das mal anzuschauen. Und war völlig überrascht zu merken, wie sehr es mir Spass machte! Wieder in Kontakt mit dem Ursprünglichen zu sein. Zu erleben, wie langwierig der Prozess vom kleinen Gemüsesamen über die Pflanze bis hin zum erntebereiten Gemüse ist (es dauert MONATE!). Knöchelhoch im stinkenden Kuhdung zu stehen. Von Kälbern abgeschlabbert zu werden. Kühe als Tiere mit unterschiedlichen Persönlichkeiten kennen zu lernen. Frische Luft und grüne Wiesen um mich herum zu sehen, statt Autoabgas-Stadtluft und betonversiegelten Boden. Ich liebte es. Besonders stolz war ich, als ich zum ersten Mal eine Kuh gemolken habe. Natürlich im automatisierten Melkstand – kein Landwirt, der mit Kuhmilch Geld verdienen möchte, melkt seine Kühe per Hand. Also half ich regelmässig auf einem Biobetrieb beim Kühemelken. Zwei Mal am Tag, frühmorgens und frühabends, trottete die Kuhherde, die aus knapp 50 milch“produzierenden“ Kühen bestand, durch den Melkstand. Ging auf der einen Seite mit prallem, milchgefülltem Euter hinein und auf der anderen Seite um 8 bis 14 Liter Milch erleichtert wieder hinaus. Ich fands super. Hab die Kuhdamen freundlich angetrieben, ihnen während dem Melken gut zugeredet und war begeistert, so eng in Kontakt mit diesen beeindruckenden Tieren zu sein.

Eines Tages war es soweit und ich durfte die Geburt eines kleinen Kalbes hautnah miterleben. Die Kuh, es war ihr erstes Kalb, war schon seit einigen Stunden unruhig gewesen und der Bauer meinte, sie würde bald in die Wehen kommen. Ich konnte es kaum erwarten. Die Kuh lag auf dem strohbedeckten Stallboden, ein paar Zentimeter „Etwas“ schauten bereits aus ihr heraus. Dann ganz ganz langsam, Zentimeter für Zentimeter, kamen kleine Hufe zum Vorschein. Dann – wieder ganz langsam - eine kleine violette Zunge und eine kleine Schnauze. Dann Pause. Die Kuh atmete schwer, die Geburt war sichtlich anstrengend für sie. Der Bauer unterstützte seine Kuh so gut er konnte. Zog bei den Presswehen an den dünnen Beinchen, die aus ihrem Leib herausragten. Massierte ihr den Schwanzansatz. Redete ihr gut zu. Nach viel Pressen und minutenlangem Ziehen war endlich der kleine Kopf des Kuhkalbs draussen. Der Bauer meinte, das Schwierigste sei überstanden. Das kleine Kalb dürfe mit dem Kopf nicht zu lange im Geburtskanal stecken, da es sonst ersticken könne. Dann noch ein paar starke Presswehen und der Kalbskörper war geboren. Sie war völlig erschöpft. Der Bauer legte das kleine Kalb neben seine Mutter, damit sie es beschnuppern könne. Sie war nach den Anstrengungen der Geburt so kraftlos, dass sie erstmal ihren Kopf auf die Schulter des Bauern legte und sich an ihn schmiegte. Als ob sie seine Anerkennung und seinen Trost nach der überstandenen Geburt haben wollte. Dann wendete sie sich ihrem Kalb zu. Beschnupperte es sanft und begann, es liebevoll abzulecken. Das kleine Kälbchen machte den Eindruck, als wisse es überhaupt nicht, was mit ihm geschehe. Als seine Mutter begann es abzulecken, fasste es Vertrauen und schmiegte sich an sie. Ich war ganz verzaubert von der Atmosphäre, berührt, dass ich den Moment erleben durfte, in dem ein neues Leben auf die Welt kommt. Mein Herz war erfüllt von Dankbarkeit und allumfassender Liebe (ja, das klingt esoterisch, aber genau so war es). 

Keine halbe Stunde nach der Geburt - Mutter und Kind lagen noch immer auf dem strohbedeckten Boden und lernten sich gerade kennen; die Nachgeburt der Mutterkuh war noch nicht abgegangen – kam der Bauer mit einer strohgefüllten Schubkarre. Er hob das kleine Kalb auf, legte es in die Schubkarre und fuhr damit in das angrenzende Gebäude, den Kälberstall. Dort wurde das kleine Kälbchen - sein Fell noch nass vom Fruchtwasser und es konnte noch nicht stehen - in eine Einzelbox gelegt. Von da an waren Mutter und Kind getrennt.

Die Kuh wurde ab dem nächsten Tag gemolken: denn die Milch, die natürlicherweise für das Kuhkalb bestimmt ist, fliesst an den Menschen. Das kleine Kälbchen bekam die ersten paar Tage die Milch seiner Mutter aus einem Tränkkübel mit Saugaufsatz. Danach bekam es – wie die anderen Kälber – ein Milchgemisch, das aus dem grossen Milchtank (in den die Milch aller gemolkenen Kühe fliesst) abgezapft wurde. Die Kuh wird ab nun jedes Jahr einmal künstlich befruchtet. Wird jedes Jahr ein Kalb gebären, das ihr kurz nach der Geburt weg genommen wird. Wird jedes Mal nach der Geburt durch den Melkstand trotten, wo der prall gefüllte Euter abgemolken wird. Das kleine Kälbchen, ein Mädchen, wird genau den selben Werdegang erleben. Ab dem zweiten Lebensjahr wird sie jedes Jahr künstlich befruchtet werden, ein Kalb gebären, das ihr kurz nach der Geburt weg genommen wird und die Milch im Melkstand abliefern.

In dem Moment, wo ich das kleine nasse Kälbchen, dass soeben erst auf diese Welt gekommen war, völlig alleine in der Einzelbox liegen sah, wurde mir klar, dass der Mensch sich in Dinge einmischt, die ihn nichts angehen. Die Milch der Kuh ist Muttermilch und für das kleine Kalb bestimmt. Wer sind wir, dass wir diesen vorbestimmten Naturkreislauf stören? Wer sind wir, dass wir den Kühen ihre Kinder wegnehmen um deren Muttermilch zu trinken?!

Das Leid, das damit verursacht wird, kennt keine Worte. Auf der einen Seite eine dauerschwangere Kuh, die all die Mühen der Schwangerschaft und Geburt Jahr um Jahr durchsteht und niemals eines ihrer Kinder bemuttern darf und somit eines ihrer tiefsten Grundbedürfnisse verleugnet sieht. Dazu jedes Jahr ein Kalb, dass allein und ängstlich in die Welt geworfen wird um auch Produkt zu werden. Auf der anderen Seite der Konsument, der Lust auf ein Glas artfremde Muttermilch hat. Von da an war für mich klar, dass ich keine Kuhmilch mehr trinken mochte. Und dass ich keine Produkte mehr essen mochte, die aus einer Milch hergestellt werden, für deren Gewinnung ein kleines Kuhkind von seiner Mutter getrennt wird. 

Lena

Der Sprung aus dem Hamsterrad

"Die Größe und den moralischen Fortschritt einer Nation kann man daran messen, wie sie die Tiere behandelt." Mahatma Gandhi.

Die Menschen verbrauchen mit ihrem selbstverliebten und zunehmend sinnentleerten Lebensstil rücksichtslos Lebensgrundlagen von anderen und zukünftig lebenden Menschen. Leistung, Besitz, Konsum, Erfolg, Macht, Status, Wellness – es gibt viele Namen für die heutigen Fetische mit ihren kurzfristigen Befriedigungen und zerstörerischen „Nebenwirkungen“ auf andere Menschen (die in Fabriken eingesperrt für Hungerlöhne schuften, weil wir billig oder Markenklamotten geil finden), auf unsere tierlichen Mitlebewesen und die Zukunft unserer Kinder. Um sich aus diesem Hamsterrad – das nebenher immer mehr Menschen krank und pillenabhängig macht – zu befreien, braucht es eine gehörige Portion NARRENfreiheit. Mit Einblicken in die Zusammenhänge und Hintergründe, mit motivierenden Geschichten und konkreten Möglichkeiten es Anders zu tun, schaffen wir anregende  und interessante Gelegenheiten für die Rückeroberung der eigenen Freiheit. 

Längst ist bekannt, dass der heute ganz normale Lebensstil nur mit Ökosystem-Schäden und der systematischen Ausbeutung von anderen Menschen und Tieren zu haben ist. Oder glaubt jemand im Ernst, dass die mit billigen Konsumwaren und Nahrungsmitteln vollgestopften Läden alle nur ökologisch unbedenkliche Ware ohne Mensch- und Tierleid verkaufen? Mit dem bedenkenlosen Konsum „profitieren“ wir rücksichtslos von der Ausbeutung anderer Menschen als Billig- „Arbeitskräfte“, vom Tierleid in Massenställen und Schlachthöfen und von Waldzerstörungen, um Platz zu schaffen für riesige Monokulturen, um hier nur einige Beispiele zu nennen. 

Dies selbst dann, wenn klar ist, dass unser Massenkonsum tierischer Produkte, nicht nur Tieren Leid beschert und ihnen das Leben nimmt. Sondern auch zur Abholzung der Urwälder beiträgt, zerstörerische Monokulturen schafft (95% der Weltsojaernte wird für Tierfutter angebaut), zur Vernichtung wertvoller Nahrungsmittel beiträgt (ein Drittel der Ackerflächen weltweit wird für Tierfutteranbau verwendet - 10 pflanzliche Kalorien werden etwa verbraucht um eine tierische herzustellen) und den Klimawandel anheizt (20 bis 50% der weltweiten Treibhausgasemissionen werden mit der Tierhaltung in Verbindung gebracht).

Um aus diesem Teufelskreis heraus zu kommen, braucht es neue Erfahrungshorizonte. Orte wo man wieder erfahren kann, wie es sich leben lässt, ohne am kollektiven Konsumrausch teil zu nehmen und möglichst ohne anderen Lebewesen zu schaden. Das sind Orte, wo Menschen und Tiere friedlich mit- und füreinander leben.

Wenn wir in unserem unmittelbaren Umkreis wieder solche Erfahrungen machen können, wenn wir den Sprung aus dem Hamsterrad schaffen, dann werden wir auch mithelfen, entferntes Leiden zu mindern. 

Georg