Die Närrin bei Bo- Gespräche mit einem Schwein

 

In einem Moment der Stille ganz bei Dir

Schau ich dich an, du stolzes Tier

Wie deine Augen menschensgleich

Ergreifen jedes Herz sogleich

Du schaust zurück voll Zuversicht

Die dunklen Seiten kennst du nicht

 

Nicht mehr, so hoff ich doch zumindest

Nur ahn ich ja, was du empfindest

Nur wenige entrinnen Menschens Gier

Wie du und deine Freunde hier

 

Wie ist es möglich lieber Bo,

dass Mensch, verkennt die Schweine so?

Die Mutter durfte dich nie Herzen

Sind sie verschwunden diese Schmerzen?

Dein Körper lang mit Extra Rippenbögen

Weil Menschen Spareribs so sehr mögen

Das Herz und die Gelenke  Opfer dieser Qualzucht

Die nur drauf ruht, dass Fleisch ist Sucht

 

Die Mutter durfte euch nie säugen,

wovon die Saugreflexe heut noch zeugen.

Doch während Mamasau zurück gelassen,

durftet ihr neu Vertrauen fassen

Denn statt zur Mast und zum Verzehr

Die Welt zu ändern kam ihr her.

 

Was ihr mit eurem Wesen tut

Kann keine Theorie so gut

Ihr zeigt uns Menschen wer ihr seid

Und euer Eindruck reicht sehr weit

So kommt es, dass in Zukunft dann

Ein jeder sich nur fragen kann

War alles wirklich so vermessen

Dass Mensch die Tiere hat gegessen

 

Erzähl mir Bo, ihr seid so schlau

Warum, sagt Mensch dann „Dumme Sau“?

Ihr duftet stets wie neu geboren

Seid samtig fein hinter den Ohren

Die reinlichsten hier auf dem Hof,

„dreckige Sau“ klingt schlichtweg doof.

 

Weißt du warum, kannst du’s erklären

Warum wir Gleiches Gleichem verwehren?

Die Gleichheit durch Empfindungsfähigkeit

Ist doch bei euch ganz klar gleich weit.

 

Der Name Nutztier mags enthüllen

Warum sich Träume nicht erfüllen

Ihr seid die andern, ihr seid essabr

Als Lebe-wesen garnicht messbar

In echt, gibt’s nur den Unterschied

Was jedes Kind schon deutlich sieht

Dass wir uns alle unterscheiden

Doch niemand will tatsächlich leiden

Ob Arme, Beine, Flügel oder Flossen

Sie alle hätten gern genossen

Das Leben, dazu sind sie auf der Welt

Das hat uns der Verstand erhellt.

Doch wenn das Herz fehlt, wird es schwierig

Die Menschen sind unfassbar gierig

Nur ihr, ihr lieben Schweineseelen

Erfasst die Menschen die euch quälen

Und lächelt sie so friedlich an

Dass keine widerstehen kann.

 

Bo meint wohl, hör bloss auf zu fluchen

Und nach der Antwort stets zu suchen

Die Unterwerfung zu verstehen

Das führt zu weit, drum lass es stehen

Und liebe Närrin nimms nicht schwer

Ich mag euch Menschen wirklich sehr.

Drum lass uns lieber Zukunft bauen

Die Welt verschönern und ver-„sauen“.