UNSERE PFERDE

Auf HOF NARR leben die Pferde in einer Herde. Die Rangordnung machen sie untereinander aus. Im Freilaufstall mit angrenzendem Sandplatz haben sie Platz und können jederzeit, auch in der Nacht selbstständig nach draussen. Wir versuchen auch, ihrem natürlichen Fressverhalten möglichst gerecht zu werden und füttern mehrmals täglich kleine Portionen statt morgens und abends grosse Mengen. Auf unseren Weiden toben sie sich gerne aus und grasen friedlich vor sich hin. Vor allem die Jüngeren springen während dem Grasen immer wieder ausgelassen herum und jagen gemeinsam über die Wiesen.

Wir führen mit ernsthaft interessierten Menschen Bodenarbeitskurse mit unseren Pferden durch. Das sind Kurse, wo wir mit den Pferden und sie mit uns ganz ohne Zwang interagieren lernen. Es sind aber auch Kurse, wo wir viel über uns selbst lernen, denn Pferde sind hoch sensibel, sie spiegeln unsere Persönlichkeit und unseren Gemütszustand ungefiltert wider.

SO KANNST DU UNSERE PFERDE UNTERSTÜTZEN. Sie benötigen tägliche Pflege, Futter und Platz zum leben.  

IMG_6252.JPG

Kanaii

17 Jahre lang hat Kanaii treu gedient. Hauptsächlich als Dressurpferd.

Die Dressur, ist ein sehr umstrittener Sport, die ein Pferd nicht ohne gesundheitliche Spuren verlässt. In jedem Pferdesport sind die Tiere Instrumente für den persönlichen Erfolg des Reiters. Die physischen und psychischen Schäden des Tieres werden in Kauf oder nicht ernst genommen. Wie eine Maschine eben. Was das Motorrad für den Rennfahrer im Motorsport ist, das ist das Pferd für den Reiter im Pferdesport. Wenn die Maschine nicht mehr tut, wird sie entsorgt oder eben geschlachtet. Die Idee eines „Ruhestand-Platzes“, kommt leider selten. Doch der Weg zum Schlachter ist schnell gemacht und ein neues Pferd will ja finanziert werden.

Im Falle von Kanaii musste die Besitzerin aus persönlichen Gründen mit dem Dressurreiten aufhören. Kanaii durfte zunächst weiterleben. Ein grosses Pferd, ausgezehrt vom vielen Sport und mit einem hohen Bedarf an Nahrung und Zuwendung. Seine Besitzerin kann nicht mehr für ihn sorgen und niemand übernahm ihn für einen Ruhestand.

Kanaii kam auf den Hof Narr. Ein wundervoller Riese mit einer wunden Seele. Seinen besten Freund musste er zurücklassen, die Menschen die er kannte auch. Ein Pferd versteht so etwas nicht und es braucht viel Zeit und Liebe um zu heilen. Immer wieder versucht er zu verstehen. Zum Glück hat Enya sich seiner sofort angenommen. Auch sie war einst verstört und unsicher. Es scheint als ob sie wisse um was es geht.

Da der Hof Narr Kanaii schnell gerettet hat, bevor es zu spät war, kam er ohne Patinnen oder Paten. Ein Aufruf für eine Patenschaft blieb erfolglos. Pferde werden als geschundene Lebewesen noch viel zu wenig erkannt. 

Kanaii mit Enya

Kanaii mit Enya

Jessy

Jessy

 

JESSY

Vor ca. 10 Jahren wurde sie in einem Kuhstall, in einer dunklen Ecke gefunden. Sie hat vor lauter Einsamkeit und Frust nur gefuttert. Ihre Hufe waren enorm lang und ihre ganze Körperhaltung somit völlig verschoben. Dort entstand auch ihr Hufreh-Leiden. Zum Glück hat eine liebe Narrin sie gerettet und sie in eine Pferdegruppe integriert. Heute ist sie mit ihren ca. 15 Jahren die Leitstute und bestimmte Chefin unserer Herde. Von ihrem Leiden hat sie sich noch nicht ganz erholt, körperlich ist sie immer noch angeschlagen und auch sonst braucht sie viel Zuwendung und Pflege. Vor Kühen hat sie Panik, da klingt wohl die Vergangenheit an. Mit unserer tollen Hufpflegerin sind wir jetzt auf einem guten Weg bezüglich Genesung und Körperstellung.

 

ENYA

In Polen werden Araber wie am Fliessband gezüchtet und zu Spottpreisen auf den Pferdemarkt bugsiert. Eine davon ist Enya. Viel zu jung schon kam sie zu einem Bereiter, die Wolfzähne wurden ihr halbpatzig raus gebrochen, damit die zukünftige Reittrense besser passt, wie das bei vielen Pferden gehandhabt wird. Doch von dort kam sie bald in die Schweiz und durfte doch noch etwas Jugend erleben. Knapp sieben Jahre ist sie jetzt alt und lernt in unseren Schulungen Vertrauen zu uns Menschen aufzubauen. Denn Vertrauen hat sie keines gelernt, zwar ist sie folgsam und brav, doch ohne Basis von Kommunikation zwischen ihr und dem Menschen. Jedoch zeigte sich schon nach den ersten Bodenarbeitsspielen, dass sie sehr aufmerksam und interessiert am Vertrauensaufbau teilnimmt. Sie spielt am liebsten mit ihrer gleichaltrigen Freundin Kaela und ist seit Neuem auch sehr an Lucky, dem weisen Weissen, interessiert. 

Enya (Photo: Seraina Boner)

Enya (Photo: Seraina Boner)

MAIK 

Der Minishetty ist wohl der sanftmütigste Kerl den man sich vorstellen kann. Nur wenn er wirklich etwas nicht leiden kann, zeigt er dies auch. Ansonsten ist er von unglaublicher Güte. Über seine Geschichte ist wenig bekannt. Zusammen mit seinem Bruder Janosh lebt er schon seit etwa 7 Jahren in Hinteregg.  

JANOSH

Er ist etwas weniger abwartend und zeigt schneller einmal, dass er keine Lust hat von Menschen, die ihn gar nicht kennen irgendetwas zu „befolgen“. Doch wenn er sich mit Jemanden angefreundet hat, ist er einfach umwerfend in seiner Kommunikationsfreude. Gemeinsam mit seinem Bruder Maik kommt er auf die frechsten Ideen – die beiden mögen in ihrer Erscheinung klein sein, aber sie sind ganz gross im Unfug machen.

Janosh

Janosh

Maik

Maik

KAELA

Die 8 Jährige Isländerstute ist die heimliche Lenkerin der Pferdegruppe. Kommt ein neues Pferd, so integriert sie es und zeigt ihm seinen Platz. Sie ist freundlich und geduldig mit allen Tieren. Da sie einen sehr starken Charakter hat, fordert sie die Menschen gerne heraus und hält ihnen zuverlässig den Spiegel vor. Anna hatte es Kaela sofort angetan und die beiden bilden ein einzigartiges Team.

Kaela (Photo: Seraina Boner)

Kaela (Photo: Seraina Boner)

Es leben noch einige weitere Pferde hier, doch sie möchten sich (noch) nicht auf der Homepage vorstellen... drum schau selbst vorbei, wenn du Linus, Andiamo oder Dandy kennen lernen möchtest ;-).

LUCKY, IST AM 5.9.2016 VON UNS GEGANGEN...

Ab heute und in jeder Nacht,
leuchtet irgendwo ein ganz strahlender Stern
Du hast Grossartiges vollbracht
Ich hab dich so unendlich gern!
Auch Dank dir bin ich wer ich heut bin
Du hast für mich eine Welt erschlossen
Du zeigtest mir den tieferen Sinn
Dank dir haben wir Hof Narr beschlossen
Es war dein Wesen, dein Wille, dein Weg
Der uns hierher hat getragen
Und alles hat sich bewegt
Du hast die Richtung eingeschlagen
Danke für alles und gute Reise
Ich traure tief um dich
Und doch hat deine Weise
Auch jetzt noch ein Lächeln in sich.
Danke für deine stetige Klarheit
Sei unbesorgt, wir machen weiter
Dank dir kennen wir manche Wahrheit
Du ganz besonderer Leiter!

Lucky

Unerwartet ist Lucky vor vielen Jahren in unser Leben getreten. Mitten im Studium wurde deutlich, Philosophie ist handlungsanleitend: sich "in der Tat" für Gerechtigkeit einsetzen. Denken, verstehen, handeln.

Mit 18 Jahren hatte Lucky "ausgedient". Trotz jahrelanger treuer Dienste blieb ihm nur noch der Weg zum Schlachter. Unbegreiflich, undankbar und ungerecht. Durch die Theorie angeleitet kam die Tat. Die Rettung eines Individuums. Lucky wurde der beste Lehrer den ich je hatte. Er lehrte uns über das Herz, was wir mit dem Verstand studiert hatten, alle fühlenden Lebewesen teilen fundamentale Interessen miteinander. 

Mit dem Wunsch selbst die Veränderung zu sein, die wir in der Welt sehen wollten, zogen wir mit Lucky aufs Land, direkt zum heutigen Hof Narr. Dort durfte Lucky in eine kleine Pferdegruppe ziehen und wir im Stall helfen. So entstand der Kontakt zum Hof und letztendlich die Möglichkeit  ein umfassendes Projekt aufzuziehen. Immer still geleitet von Lucky. Luckys Weg zeigte alles könnte auch anders sein, Lucky hat dieses Projekt initiiert, er hat vielen Lebewesen Sicherheit gegeben und war stets der Leiter in der Gruppe. Er hat viele Menschen hierher gelockt und integriert. Lucky hat letztendlich allen das Vertrauen gegeben, das zu schaffen, was zunächst nur eine Idee war. Das Projekt Hof Narr. Mit Luckys Rettung wurde aus Worten  eine Tat, mit Luckys Umzug wurde aus einer Vision Realität.

Nun ist er, mit fast 28 Jahren, weitergezogen und wenn ich aus dem Fenster schaue, ist ein grosses Loch in der Pferdegruppe entstanden, sie werden damit umgehen müssen. Wie wir alle hier. Wenn ich in mein Herz schaue und in all die lieben Seelen, die in diesen Stunden Anteil genommen haben und nehmen, dann sehe ich was für eine wundervolle Spur Lucky hinterlassen hat. Die Kraft eines einzigen Pferdes hat Berge versetzt. 

Schauen wir uns die anderen Tierindividuen an, sie haben alle etwas zu sagen, zu bewirken, zu initiieren. Wenn wir ihnen nur Zeit geben und Leben schenken. Bitte schaut hin, nehmt sie wahr die Persönlichkeiten, die sich hinter jedem Auge verbergen. Und erlebt die Zeit bewusst mit ihnen, bevor es zu spät ist.