UNSERE SCHAFE
Lou
Die zarte Lou hat in ihrem Leben schon viel durchgemacht. Gemeinsam mit ihrer Schwester entkam sie einst knapp der Schlachtung. Sie begann langsam zu heilen, Vertrauen zu fassen. Doch dann der nächste Schock: Der vermeintlich sichere Ort wurde ihr genommen. Ihre Schwester wurde getötet – Lou blieb zurück, erneut traumatisiert.
In allerletzter Sekunde konnten wir sie zu uns holen. Als sie ankam, war sie verstört, rief unaufhörlich – vielleicht nach ihrer Schwester. Und trotzdem: Irgendetwas in ihr spürte, dass sie bei uns sicher ist. 🕊️
Sie rennt bereits begeistert auf uns zu und freut sich über jede Berührung, jede Streicheleinheit, jede Geste der Liebe.
Für uns ist sie ein Wunder an Stärke – und eine stille Erinnerung daran, wie gross Tierseelen sind. Lou erschüttert mich immer wieder aufs Neue. All die Schmerzen, die sie erleiden musste, werden wir mit allem was wir geben können aufzufangen suchen.
Willkommen im Schutz der Narren, liebe Lou. Du bist nie wieder allein. Es braucht Zeit, aber wir sind da.
Lou erinnert uns daran, dass auch Orte die sich “Lebenshof” oder “Oase” nennen, nicht immer sichere Orte für die Tiere sind und dass unbedingt gut hinter die Fassaden geschaut werden muss, auch hinter die Maske, die ein Mensch aufsetzen kann, um andere zu täuschen.
Wolfgang und Schnupi
„Und nach allem was sie mitmachen mussten, sollen wir sie nun, nachdem sie ihren „Zweck“ erfüllt haben, zum Dank jetzt schlachten lassen?“
Mit diesen Worten erreichte uns die Anfrage einer Tierärztin für die Rettung von drei Schafböcken aus der Forschung. Nun, wie ihr seht, sind sie nicht geschlachtet worden, sondern bei uns eingezogen.
Auch Hauri, Mia, Salome und Otto haben sie freundlich empfangen.
Leider hat uns Bilbo im 2025 nach einer komplizierten Krankheitsgeschichte verlassen. Wir vermissen ihn sehr.
Mia, Salome (RIP), Hauri und Otto
Die vier wunderbaren Schafe durften im Sommer 2021 zu uns ziehen, weil wir im Dorf ein Stück Land mit Stall und allem dazu pachten können und so den Schafen ein wunderbares Örtchen schaffen dürfen.
Ihre Rettungsgeschichte beginnt mit Hauri.
Hauri
Hauri ist ein kastriertes Böckli, geboren im Juni 2019. Seine Mutter starb kurz nach seiner Geburt. Weil die Schafe zu diesem Zeitpunkt gleich neben dem Büro einer lieben Dame auf der Wiese stationiert waren, hat ihr der Besitzer kurzerhand einen Sack Milchpulver in die Hand gedrückt mit der Anweisung, das Lamm 3x am Tag zu füttern. So sind sie und ihr Mann aus der Not kurzerhand zu Schaf-Eltern geworden. Das kleine Lamm wurde gehegt und gepflegt (natürlich mehr als 3x pro Tag gefüttert) und so ist der kleine Hauri heran gewachsen. Da er als Böckli in der Metzg gelandet wäre, haben sich die lieben Menschen-Bezugspersonen entschieden ihn und zwei Gspännli zu retten.
Hauri ist gesund, sehr zahm, liebt Spaziergänge und hüpft für ein Guddi auch gerne mal über ein Agility Hindernis. Und er hat bereits zwei Tage nach seiner Ankunft ganz tolle Paten gefunden!
Mia
Mia ist bei Hauris Retter*innen geblieben weil sie als einziges Schaf nicht mit ihrer Herde in den Anhänger springen wollte und sich entschieden hat, bei Hauri zu bleiben. Leider hat sie ein Lungenproblem und vor allem im Frühling oft Mühe mit atmen.
Mia ist allgemein sehr scheu und misstrauisch, das war wohl auch der Grund, wieso ihr als junges Schaf (als sie noch nicht bei uns war) nie die Klauen geschnitten wurden. So sind ihre Klauen ziemlich unförmig. Zum Glück hat sie sich aber mittlerweile an die Klauenpflege gewöhnt und es sieht schon etwas besser aus.
Otto
Otto ist Anfang März 2020 geboren und ein kastriertes Böckli. Er ist ein ungewolltes Kind von Mia. Als die lieben Menschen Mia retteten, wussten sie nicht, dass sie bereits trächtig war. Erst kurz vor der Geburt haben wir bemerkt, dass etwas mit Mia etwas anders war und den Stall kurzerhand mit Wärmelampe ausgestattet, damit das kleine Lamm im kalten Winter sicher auf die Welt kommen durfte.
Otto hat leider die Lungenproblematik seiner Mutter geerbt und auch im Frühling/Sommer ab und zu Mühe mit dem Atmen.
Er ist eine total coole Socke (noch cooler als seine Frisur) und freut sich über Besuch lieber Patinnen und Paten.